Wilhelm Meisters Lehrjahre

Wilhelm Meisters Lehrjahre

Hörspiel nach dem Roman von Johann Wolfgang von Goethe, Koproduktion MDR/BR, Übernahme ORF, gewählt zum Hörbuch des Monats Oktober von der Uni Tübingen
 
„Wie lebendig Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre, dieser erste Bildungsroman, noch immer ist, das zeigt Angela Gerrits in ihrer Hörspielbearbeitung. Wilhelm will auf dem Theater sein Glück suchen und seine erste Liebe heiraten. Aber jung und unerfahren wie er ist, kommt alles ganz anders. Er muß erkennen, daß seine Freundin ihn betrügt. Enttäuscht will er nichts mehr von Frauen wissen und kehrt auch der Dicht- und Schauspielkunst den Rücken. Da bekommt er plötzlich ein Schauspielengagement und als er bei einem Überfall verletzt wird, rettet ihn eine unbekannte Schöne.
 
Diese Schöne geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Er verschreibt sich dem Theater, doch bald veranlaßt ihn die rätselhafte Bekanntschaft der Gesellschaft des Turms, dem Theater zu entsagen. Kunst oder nicht Kunst, Frauen oder nicht Frauen, Verantwortung, Gefühl, Verstand. Wilhelm ist hin- und hergerissen zwischen den festen Vorsätzen, die er sich immer wieder aufs neue für sein Leben zurechtlegt, und den unvorhergesehenen Ereignissen, die immer wieder alles ins Wanken bringen. Als er erfährt, daß all diese Wirrungen von der Gesellschaft des Turms gesteuert waren, will er sich empört abwenden. Doch da taucht plötzlich die schöne Unbekannte wieder auf...
 
Bei einer Hörspielbearbeitung das Richtige wegzulassen, ohne zuviel abzuschneiden vom Eigentlichen, ist eine Kunst für sich. Die Autorin Angela Gerrits hat diese komplizierte Aufgabe „gemeistert“ und diesen komplexen Text, der sowohl Theaterroman als auch Liebes-, Bildungs-, Entwicklungs- und Abenteuerroman ist, zu einem quirligen, spannenden Hörspiel zusammengekürzt. Die hohe Qualität dieser Aufnahme zeigt sich ebenfalls an der ausgesuchten Besetzungsliste (exzellent Bastian Trost als Wilhelm und Anna Thalbach als Mignon). Das ist ein Hörbuch gerade auch für diejenigen, die sich noch nicht so häufig mit Goethe und seinen Werken befaßt haben. Nach dem Genuß von nahezu 3 Stunden Wilhelm Meister hat man durchaus Lust auf mehr.“ (Anne Hauschild)