In der Falle

Das Leben der 16-jährigen Maya gerät aus den Fugen, als ihr Vater erpresst wird. Er schickt sie zusammen mit seiner Freundin Carolin ins Ferienhaus nach Spanien, damit sie in Sicherheit sind. Doch zu Mayas Entsetzen ist das Ferienhaus alles andere als sicher. Als sie mit Carolin vom Strand zurückkommt, liegen Zigarettenstummel im Spülbecken, obwohl die beiden nicht rauchen. Außerdem hat jemand ihre Kleider vertauscht. Panisch verriegeln Maya und Carolin sämtliche Türen. Das Ferienhaus wird zur Falle. Schwelende Feindseligkeiten zwischen den beiden jungen Frauen brechen aus – mit fatalen Folgen ...

Leseprobe:

Carolin spürte, wie die Angst ganz langsam ihre Speiseröhre hinaufkletterte. Immer, wenn sie sich so langsam ausbreitete, wurde es schlimm, dann bestand die Gefahr, dass sie die Kontrolle verlor. Derjenige, der im Haus geraucht und die Kleider vertauscht hatte, der Tiffi umgebracht und ihr die Hundescheiße vor die Tür gelegt hatte, drohte damit, eine Bombe zu zünden, die sich irgendwo im Haus versteckte. Nicht ihre Angst spielte ihr Streiche, jemand spielte Streiche mit ihrer Angst. Ihr wurde schwindelig, sie stützte sich an einem Küchenstuhl ab und versuchte, die Ruhe zu bewahren, wie Paul es ihr gesagt hatte, aber es gelang ihr nicht, sie war Gefangene in ihrem eigenen Haus, es war ein Albtraum, ihr Puls raste, die Angst saß jetzt in ihrem Hals, ihr Kinn war eiskalt, sie fühlte sich benommen, ihre Glieder waren taub, in ihren rasierten Achselhöhlen sammelte sich Schweiß ...
Das schrille Klingeln an der Haustür versetzte ihrem Herzen einen schmerzhaften Stich.
Es klingelte rhythmisch, zweimal kurz, immer wieder, zweimal kurz ...
Mayas Gesicht wurde bleich. «Das ist er», flüsterte sie.

Lieber Papa,
am liebsten hätte ich Dich sofort angerufen, als wir wieder nach Hause gekommen sind, aber Tante Helen sagte, dass man Dich im Gefängnis nicht einfach so anrufen kann, deshalb dieser Brief.
Ich wollte nicht einfach so weggehen, das tut mir leid, ich weiß auch nicht, warum ich so war. Vielleicht, weil ich so enttäuscht war. Du bist doch mein Vater, und das, was Du gemacht hast, passt einfach nicht zu Dir. Plötzlich sollst Du ein Verbrecher sein, denn wenn man ins Gefängnis muss, ist man doch ein Verbrecher, oder nicht? Das kann ich mir eben einfach nicht vorstellen. Ich habe nie darüber nachgedacht, dass Verbrecher auch Kinder haben und vielleicht tolle Väter sein können. Irgendwie passt das nicht, verstehst Du, was ich meine?
Ich weiß, was ich schreibe, ist hart für Dich, dass ich Dich Verbrecher nenne, das meine ich natürlich nicht so, für mich bist Du mein Papa und bleibst es auch, aber es ist ja nun mal die Realität. Was ich nicht verstehen kann, ist, warum Du das gemacht hast. Wir waren doch auch vorher glücklich, ohne das viele Geld, oder nicht? Jedenfalls so einigermaßen glücklich, natürlich nicht mehr richtig glücklich nach Mamas Tod, das ist ja klar. Aber wenn das stimmt, was Du gesagt hast, dass Du Geld angenommen hast, das Dir gar nicht gehörte, dann muss ich sagen, enttäuscht mich das sehr, das hast Du doch gar nicht nötig! Hätte ich das gewusst, dann hätte ich auf die neue Hockeyausrüstung verzichtet ...

Kritiken:

ekz 10/06:
Ein spannender, lesenswerter Krimi. Bis zum für alle Beteiligten bitteren Ende legt man ihn nicht mehr aus der Hand.

Buchprofile 1/07:
Ein gut geschriebener Krimi … spannende Unterhaltung.

lehrerbibliothek.de, August 2007:
Schon auf den ersten beiden Seiten gelingt es der Autorin, so viel Spannung zu erzeugen und einen so zu fesseln, dass man wirklich nicht mehr aufhören kann ... Geschrieben ist das Buch in einer klaren Sprache ... Die Autorin beschreibt die Szenen und Personen sehr treffend ... Mit In der Falle ist der Autorin ein Buch gelungen, das die Jugendlichen verschlingen werden. Spannung pur ist wirklich garantiert. Sehr zu empfehlen.